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Kettwiger Straße
Straße in Essen
Kettwiger Straße, Blick vom Willy-Brandt-Platz Richtung Norden
Basisdaten
Ort Essen
Ortsteil Stadtkern
Hist. Namen Burgstraße, Adolf-Hitler-Straße
Querstraßen Lindenallee, II. Dellbrügge, Am Glockenspiel, I. Dellbrügge, Zwölfling, Porscheplatz
Bauwerke Dom, St. Johann Baptist, Burgplatz, Baedekerhaus, Lichtburg, Marktkirche
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr
Straßengestaltung Fußgängerzone
Technische Daten
Straßenlänge 0,4 km

Die Kettwiger Straße ist eine zentrale Einkaufsstraße in der Essener Innenstadt. Sie wurde Ende der 1950er Jahren zur Fußgängerzone umgestaltet.

Lage und Verkehr Bearbeiten

Die Kettwiger Straße beginnt in Süd-Nord-Richtung verlaufend am Willy-Brandt-Platz, benannt nach dem deutschen Politiker Willy Brandt, und führt über 400 Meter nahezu geradlienig bis zum Flachsmarkt.

Bis zum Umbau zur Fußgängerzone Ende der 1950er Jahre war sie von der Straßenbahn und dem Autoverkehr genutzt worden.

Geschichte Bearbeiten

Straßenname Bearbeiten

Blick in die Kettwiger Straße 1895, rechts St. Johann Baptist, links der Turm des alten Rathauses Der Straßenzug existierte bereits in der mittelalterlichen, noch ländlich geprägten Stadt.

Ein älterer Name ist Burgstraße. Nach der Machtergreifung war der Straßenzug am 20. April 1933, zu Adolf Hitlers Geburtstag, für die Zeit des Nationalsozialismus mit der nördlich weiterführenden Viehofer Straße in Adolf-Hitler-Straße umbenannt worden. Da die Essener Innenstadt im Zweiten Weltkrieg zu rund 90 Prozent zerstört worden war, sind nahezu alle anliegenden, historischen Gebäude wiederaufgebaut oder grundlegend instandgesetzt worden. Am 15. Mai 1945 erhielt die Straße ihren heutigen Namen Kettwiger Straße.[1] Würde sie im Süden verlängert werden, verliefe sie durch das einstige Kettwiger Tor.

Historische Anliegen Bearbeiten

Keimzelle der Stadt Essen Bearbeiten

Keimzelle der Stadt Essen: Blick von der Kettwiger Straße über den Burgplatz zum Dom Die Kettwiger Straße verläuft westlich am Essener Dom vorbei, der Kirche des um 845 gegründeten Essener Damenstiftes, um das herum sich die Stadt Essen entwickelte. Seit 1958 ist der Dom Bischofssitz des Ruhrbistums. Ihm vorgelagert steht die Kirche St. Johann Baptist, die ebenfalls zum Stift Essen gehörte. Beide Sakralgebäude liegen nördlich des Burgplatzes, auf dem sich im Frühmittelalter eine umwehrte Hofanlage befand, von der die Stiftsgründung ausging, und der Platz daher als Keimzelle der Stadt Essen gilt. Die Kettwiger Straße ist mit einer breiten Treppe mit dem Burgplatz verbunden.

Lichtburg Bearbeiten

Südlich des Burgplatzes, direkt an der Kettwiger Straße, befindet sich mit 1250 Sitzplätzen der größte Kinosaal Deutschlands, die Lichtburg. Das aus dem Jahre 1928 stammende Gebäude war bis auf die Fassade im Krieg zerstört und ist später wiederaufgebaut worden. Es wurde 1998 unter Denkmalschutz gestellt.[2]

Reiterstandbild Bearbeiten

Zwischen Burgplatz und Lichtburg steht an der Kettwiger Straße das 1898 von Hermann Volz entworfene Denkmal von Kaiser Wilhelm I.. Das zunächst mitten auf dem Burgplatz errichtete Reiterstandbild wurde 1928 ann diese Stelle versetzt und 1994 unter Denkmalschutz gestellt.[3]

Baedekerhaus Bearbeiten

Gegenüber dem Burgplatz befindet sich das nach dem Verleger Gottschalk Diedrich Baedeker benannte Baedekerhaus. Zuvor stand hier ein Wohnhaus der Essener Stiftsdamen, die sogenannte Von-Harrach'sche Kurie. Das Haus war 1817 von Gottschalk Diedrich Baedeker erworben worden. Das heutige Gebäude wurde in den Jahren 1927 und 1928 errichtet und diente als Geschäftshaus des G. D. Baedeker Verlages. Seine Muschelkalkfassade trägt Skulpturen von Joseph Enseling. 1987 wurde der Bau genauso unter Denkmalschutz gestellt,[4] wie das nördlich angrenzende Kaufhaus Blum, heute Peek & Cloppenburg.[5]

Ehemaliges Hotel zur Post Bearbeiten

An der Kettwiger Straße 19 ist noch die Fassade des einstigen Hotels zur Post erhalten, dass später Zum Ritter hieß. Es wurde um 1906 nach Plänen des Essener Architekten Ernst Knoblauch errichtet. Die Kalksteinfassade ist nach Kriegsschäden restauriert worden. Seit 2006 steht die Fassade des Hauses unter Denkmalschutz.[6]

Stein-Haus Bearbeiten

Von der Kettwiger Straße 5 zieht sich bis zur parallel verlaufenden Rathenaustraße das Geschäftshaus Stein, das nach dem Architekten Anton Stein benannt ist. Es wurde 1925 errichtet und 1991 unter Denkmalschutz gestellt.[7]

Glockenspiel Bearbeiten

In der Kettwiger Straße 22 befindet sich seit 1948 das bereits 1928 an der Limbecker Straße errichtete Glockenspiel der Firma Deiter.

Ehemalige Rathäuser Bearbeiten

Südlich der Marktkirche befanden sich auf dem Eckgrundstück Kettwiger Straße/Flachsmarkt mehrere ehemalige Rathäuser der Stadt Essen. Zwischen dem 13. und der Mitte des 20. Jahrhunderts befand sich an dieser Stelle das politische Zentrum der Stadt. Das letzte Rathaus wurde nach dem Verkauf des Grundstücks 1964/1965 abgerissen.

Kaufhaus Hettlage Bearbeiten

Schräg gegenüber des Standortes des ehemaligen Rathauses steht das Kaufhaus Hettlage, auch Schürmannhaus, in dem sich heute ein anderes Bekleidungsgeschäft befindet. Es wurde 1914 nach Plänen des Architekten Oskar Schwer fertiggestellt und steht seit 1992 unter Denkmalschutz.[8]

Marktkirche Bearbeiten

Am nördlichen Ende der Kettwiger Straße befindet sich die wiederaufgebaute Marktkirche mit Ursprung im 11. Jahrhundert. Sie stand im Mittelpunkt des mittelalterlichen Marktes. Im 16. Jahrhundert wurde sie aufgrund einer Besetzung durch das Bürgertum und Konflikten mit dem katholischen Damenstift als erste Essener Kirche protestantisch. 1985 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt.[9]

Eickhaus Bearbeiten

Am südlichen Ende der Kettwiger Straße liegt das Eickhaus der einstigen Möbelfirma A. Eick Söhne aus dem Jahre 1915. Das nach Plänen von Georg Metzendorf errichtete Haus ist vereinfacht nach dem Krieg instandgesetzt worden und steht seit 2000 unter Denkmalschutz.[10]

Bildergalerie Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Commons <Lang> Commons: Kettwiger Straße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise Bearbeiten

  1.  Erwin Dickhoff: Essener Strassen - Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen. 2. Auflage. Richard Bacht-Verlag, Essen 1986, ISBN 9783870340308.
  2. Lichtburg in der Denkmalliste
  3. Reiterstandbild in der Denkmalliste
  4. Baedekerhaus in der Denkmalliste
  5. Kaufhaus Blum in der Denkmalliste
  6. Hotel zur Post in der Denkmalliste
  7. Stein-Haus in der Denkmalliste
  8. Kaufhaus Hettlage in der Denkmalliste
  9. Marktkirche in der Denkmalliste
  10. Eickhaus in der Denkmalliste